Motorvorwärmung

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Dieser Artikel behandelt ausschließlich die durch eine Modifikation der werksseitig verbauten Wasserstandheizung ermöglichte Motorvorwärmung während des Standheizungsbetriebes. Bilder und Informationen wurden dankenswerterweise von nicxom zur Verfügung gestellt. Sie beziehen sich auf einen T5.1 aus 2007 (T5 Multivan Startline).

Hintergrund[Bearbeiten]

Gemeint ist hier die Motorvorwärmung durch die auf Wunsch ab Werk verbaute (Wasser-)Standheizung mit Schaltuhr und evtl. Funkfernbedienung. Bei diesem Bauzustand ist im Kühlmittelkreislauf zusätzlich ein Absperrventil für Kühlmittel der Heizung (N279) vorhanden. Beim T5 mit einem Zuheizer oder aufgerüstetem Zuheizer ist das Ventil nicht vorhanden.

Ventil N279

Dieses Ventil N279 wird nur beim Standheizungsbetrieb durch das "Steuergerät für Heizung" J162 bestromt und schottet dadurch den kleinen Heizungswasserkreislauf vom großen Motorkühlwasserkreislauf ab. Das heißt, der Motor wird durch die Standheizung nicht mit vorgewärmt!
Die Bestromung des Magnetventils wird vom Steuergerät J162 überwacht. Gleichzeitig wird über das Relais J493 (Steckplatz 2 auf Relaisträger 1 im Cockpit) das Frischluftgebläse zwangsweise auf (mindestens) Stufe 2 eingeschaltet. Diese Konzeption ermöglicht, dass die Standheizung nur den kleinen Heizungswasserkreislauf aufheizt und so möglichst schnell und effektiv die Heizwärme der Standheizung für das Auftauen der vorderen Scheiben und das Wärmen des Innenraumes nutzt.
Viele T5-Fahrer/innen möchten aber, dass durch die Wasserstandheizung auch der Motor vorgewärmt wird, um einen Kaltstart mit all seinen negativen Begleiterscheinungen zu vermeiden.

Das bedeutet aber natürlich, dass die Heizleistung der Standheizung aufgesplittet werden muss, um diese beiden Wünsche (Motorwärme / Innenraumwärme) gleichzeitig zu erfüllen. Dabei ist es aber möglich – durch eine entsprechende Vorgehensweise – sowohl das eine wie auch das andere Extrem zu bekommen. Das eine Extrem, nämlich max. Innenraumwärme, hat man serienmäßig) ja schon (fast) erreicht. Evtl. könnte man durch das manuelle Hochschalten des Frischluftgebläses auf Stellung 3 oder sogar 4 beim Standheizungsbetrieb noch etwas mehr Heizleistung aus den Frischluftdüsen bekommen. (Multivan-Startline mit manueller Klimaanlage). Bei einer Climatronic scheint das Gebläse etwas anders gesteuert zu sein.

Optionen[Bearbeiten]

Für die gewünschte Motorvorwärmung muss eine Änderung durchgeführt werden. Damit im Standheizungsbetrieb der Motor mit vorgewärmt wird, muss die Abschottung des Motorkühlwasserkreislaufs unterbunden werden. Das heißt, das Absperrventil für Kühlmittel der Heizung (N279) darf nicht aktiviert werden. Leider wird die Aktivierung des Magnetventils N279 vom Steuergerät J162 überwacht und führt im Fehlerfall zum Startabbruch der Wasserstandheizung.

!! Ein einfaches "Stecker ziehen" reicht also nicht aus !!

Eine Umcodierung im Steuergerät ist anscheinend zumindest beim T5 nicht möglich. Deswegen muss man eine der 4 folgenden Änderungen durchführen, um den obigen Zustand zu erreichen:

  1. Das Magnetventil mechanisch in Grundstellung festsetzen.
    Dürfte schwierig sein: Magnetventil müsste vermutlich ausgebaut werden, Kühlwasser müsste teilweise abgelassen werden, anschließendes Entlüften nötig, unklare Auswirkung auf Magnetspule, vermutlich unumkehrbarer Zustand. (Das einfache Abschrauben des Magnetgehäuse vom Ventil öffnet dem Wasser Tür u. Tor!)
  2. Das Magnetventil durch einen Y-Rohrabzweig ersetzen.
    Aufwendig: Kühlwasser muss teilweise abgelassen werden, passender Hitze /Druck- fester Y-Abzweig muss besorgt werden, anschließend muss der Kühlwasserkreislauf entlüftet werden, nur genauso aufwendig rückbaubar.
  3. Das Magnetventil durch ein zusätzliches frei fliegendes Magnetventil ersetzen.
    Am einfachsten und (vermutlich) teuersten: Zusätzliches Magnetventil besorgen, im Motorraum festbinden und Anschlusskabel umstöpseln. Fertig! Vorteil: Man kann bei Bedarf einfach schnell umstöpseln oder sogar bei entsprechender Verdrahtung über einen Umschalter wahlweise das originale oder das frei fliegende Ventil bestromen.
  4. Das Magnetventil nicht bestromen, aber dem Steuergerät die Aktivierung vorgaukeln.
    Sehr einfach: Das Anschlusskabel wird vom Magnetventil abgezogen und mit einem elektrischen Widerstand (Ohmsche Last) über einen passenden Stecker kontaktiert. Vorteil: Man kann bei Bedarf einfach schnell umstöpseln oder sogar bei entsprechender Verdrahtung über einen Umschalter wahlweise das Magnetventil oder die Dummylast bestromen.

Bei allen 4 Varianten bekommt das Steuergerät nicht mit, dass es hinters Licht geführt wird! Es wird kein Fehler erkannt, und die Motorvorwärmung wird durch die unterbleibende Abschottung der beiden Kreisläufe ermöglicht.
Wenn man jetzt das andere Extrem, nämlich die max. Motorvorwärmung haben will, muss man zusätzlich noch den Heizungsdrehregler auf Kalt stellen. Dadurch wird verhindert, dass das Frischluftgebläse ( das ja min. auf Stufe 2 läuft) unerwünscht Heizenergie aus dem Heizungswärmetauscher entnimmt, die dann nicht mehr zur Motorvorwärmung genutzt werden kann.

Als Letztes könnte man jetzt noch die zwangsweise Bestromung des Frischluftgebläses während des Standheizungsbetriebs in eine wahlweise Bestromung ändern. Dadurch hätte man die Möglichkeit, wenn nur eine Motorvorwärmung gewünscht wird, den unerwünschten Stromverbrauch des Lüfters zu eliminieren. Für die geplante Deaktivierung des Frischluftgebläses suche ich zur Zeit noch die einfachste Möglichkeit, um die Bestromung des Lüfters (schaltbar) zu unterbinden. Dazu muss man evtl. an das Relais J493 (scheint sehr schwierig zu sein), vielleicht auch direkt an den Drehschalter oder an den Vorwiderstand des Frischluftgebläses.


Umsetzung[Bearbeiten]

Bei unserem Startline habe ich die 4. Variante verbaut.

Für die benötigten Ersatzteile folgen hier die Teilenummern mit einer kurzen Erläuterung:

Gehäuse und Einzelleitungen
Gehäuse und Einzelleitungen

Wer doch lieber die einzelnen "Flachstecker mit Rastnase" verwenden will, muss diese an ein passendes Kabel mit einer speziellen Crimpzange anquetschen und dann anschließend in das Flachkontaktgehäuse einrasten. Nach dem Einrasten der Kontakte muss noch im Gehäuse der violette Verriegelungsschieber seitlich verschoben werden. Dadurch werden die Kontakte endgültig gesichert.
Das Abziehen des Anschlusskabels am Magnetventil geht am besten, wenn man das Flachsteckergehäuse (also den Stecker am Kabel) noch etwas weiter andrückt. Dadurch wird die Steckerverriegelung entlastet, und man kann dann relativ leicht am Entriegelungshebel ziehen.


Übersicht

Auf dem Foto ist der Lastwiderstand auch erst mal nur provisorisch befestigt. Es ist sicherlich besser, ihn auf einem Metallwinkel zu befestigen und den Winkel an einer vorhandenen Schraube zu fixieren und die Anschlüsse zu verlöten und mit Schrumpfschlauch/Isolierband zu versehen.

Zur Sicherheit führe ich hier auch die Kontakte auf, die im Flachkontaktgehäuse für Einzelleitungen" (1J0 973 702) benutzt werden:

Als Lastwiderstand habe ich einen Hochlast-Drahtwiderstand im Keramikgehäuse verwendet, den man z.B. bei Reichelt bestellen kann. reichelt.de --> Suchbegriff : "Drahtwiderstand". Um die Stromvergeudung möglichst klein zu halten, habe ich einen 17 Watt Widerstand in vertikaler Bauform mit 68 Ohm (Bezeichnung: "17W VERT. 68") verwendet. Bei diesem Widerstandswert fließt noch genügend Strom, damit das Steuergerät meint, es würde das Magnetventil N279 bestromen.


Kurzanleitung für die technische Durchführung[Bearbeiten]

  1. Ersatzteile mit den o.a. Teilenummern bei VW bestellen, Lastwiderstand im Elektronikladen kaufen, evtl. Metallwinkel, Kabel, Kabelbinder, Lüsterklemme (keine Nüsternklemme) besorgen.
  2. Steckergehäuse mit Kontakten und Leitungen fertig konfektionieren und mit dem Lastwiderstand verbinden. Es müssen 2 Leitungen mit den Kontakten in das Steckergehäuse eingerastet werden. Am anderen Ende der beiden Leitungen muss der Lastwiderstand mit seinen beiden Anschlüssen angeschlossen werden.
  3. Den Lastwiderstand an eine geeignete Stelle im Motorraum befestigen, die Kabel mit Kabelbinder sichern. Vorsicht: der Lastwiderstand wird im Betrieb heiß!!
  4. Im Motorraum den Anschluss vom Magnetventil N279 abziehen und mit dem fertig konfektionierten Stecker verbinden.
Anschlussstecker

Fertig!
Ab jetzt wird im Standheizungsbetrieb auch der Motor vorgewärmt. Sollte einmal der alte Zustand wiederhergestellt werden, so braucht man nur das Anschlusskabel vom Lastwiderstand abziehen und wieder an das Magnetventil anstöpseln.