Relais J7 (Batterie-Trennrelais)

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J7

Funktion[Bearbeiten]

Das Trennrelais J7 dient dem Trennen bzw. Zusammenschalten der Starter- von bzw. mit der Zweitbatterie. Es soll sichergestellt werden, dass zum einen die Starterbatterie nicht von Verbrauchern an der Zweitbatterie entladen wird, und dass zum anderen die Zweitbatterie von der Lichtmaschine geladen wird, wenn auch die Starterbatterie geladen wird.
Das Trennrelais verbindet/trennt bei allen T5 mit Zweitbatterie ab Werk lediglich die Plusverbindung der beiden Batterien. Die Masseverbindung wird durch eigene Massepunkte über die Karosserie hergestellt.

Es handelt sich um ein Arbeitskontaktrelais mit Löschwiderstand, das vom Bordnetzsteuergerät J519 angesteuert und überwacht wird. Dieses wertet Klemme X (Zündung) und Klemme L (Generator) aus und schaltet das Trennrelais entsprechend:

  • EIN: Klemme X ein (= Zündung ein) und Klemme L ein (= Generator lädt)
  • AUS: Klemme X aus (= Zündung aus) und/oder Klemme L aus (= Generator lädt nicht)


Einbauort[Bearbeiten]

Ab Werk ist das Trennrelais bei T5 ohne Campingausstattung zusammen mit der Sicherung S117 bzw. SF35 in der Nähe der Zweitbatterie im Relaisträger Sitzkiste links (T5.1) bzw. im Sicherungshalter F (T5.2) unter dem Fahrersitz verbaut:

Die 2. Sicherung zur Absicherung der Plusleitung von der Starterbatterie befindet sich im Steckplatz 3 des Sicherungshalters A

Trennrelais und Sicherung S117/SF35
Sicherung SA3
Anschluss Bordnetzsteuergerät


Ausbau[Bearbeiten]

Zum Ausbau muss zunächst der Fahrersitz in die hinterste Position gebracht werden. Zum weiteren Ausbau müssen die Batterien abgeklemmt werden. Dazu unbedingt die im Artikel Batterie beschriebene Reihenfolge beachten. Danach kann das in den Träger gesteckte Relais entnommen werden.


Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2010)
4H0 951 253 Arbeitskontaktrelais Nummer 100
ersetzt 7M0 951 253 A
ca. 10,90 Euro


Anschlussplan


Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Schaltplan T5.1
Schaltplan T5.2


Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Das Trennrelais ist über das Bordnetzsteuergerät J519 diagnosefähig.


Prüfung[Bearbeiten]

Die Funktion des Relais kann zusätzlich zur Eigendiagnose, die nur die Relaisspule und nicht die Relaiskontakte überwacht, durch Spannungsmessung an der Zweitbatterie gerpüft werden: nach dem Anlassen des Motors muss die Spannnung auf den Wert der Ladespannung des Generators ansteigen. Zusätzlich können die Relaiskontakte nach Herausnahme des Relais durch eine Durchgangsprüfung entsprechend der Ansteuerung geprüft werden.


Störungen[Bearbeiten]

Da über das Trennrelais ein hoher Strom fließen kann, kann es zu einem 'Festbacken' der Schaltkontakte mit der Folge kommen, dass das Relais nicht mehr trennt, wenn die Ansteuerung entfällt.

Typische Auswirkungen einer Störung:


Typische Ursachen einer Störung:

  • Relais defekt
  • Sicherungen SA3 und/oder S117 bzw. SF35 defekt
  • Verkabelung defekt


Betrieb und Modifikationen[Bearbeiten]

Bei Modifikationen ist zu beachten, dass weder Relais (70 Ampere) noch Verkabelung durch (zu) große Verbraucher überlastet werden.


Manuelles Einschalten[Bearbeiten]

Will man das Trennrelais z.B. über einen Schalter einschalten, muss man lediglich eine Spannung plusseitig auf die Relaisspule geben. Da dieser Anschluss jedoch mit dem Bordnetzsteuergerät J519 verbunden ist, sollte dies zur Sicherheit über Dioden (ODER-Schaltung) erfolgen.

Manuelles Einschalten des Trennrelais

Als Dioden eignen sich Universaldioden mit einer Strombelastbarkeit ab ca. 150 mA; z.B. Dioden des Typs 1N400x, die es für wenige Cent gibt.


Zusätzliche Verbraucher an der Zweitbatterie[Bearbeiten]

Beim Anschluss zusätzlicher Verbraucher an die Zweitbatterie bzw. beim Umklemmen von Verbrauchern von der Starter- auf die Zweitbatterie ist zu beachten, dass der Strom für diese Verbraucher bei geschlossenem Trennrelais (Zündung bzw. Motor AN) über das Relais und die Plus-Verbindung der beiden Batterien fließt. Beide könnten durch sehr große Verbraucher (z.B. Gebläse für Standheizungsbetrieb) überlastet werden.

Man sollte bei solch einem Vorhaben also in Erwägung ziehen, sowohl Kabel als auch Trennrelais durch ausreichend dimensionierte Komponenten zu ersetzen.


Eigen-Starthilfe[Bearbeiten]

Aufgrund der o.a. Dimensionierung eignet sich die Installation ab Werk eher nicht für eine Eigen-Starthilfe, und es besteht ein nennenswertes Brandrisiko wg. Überlastung des Kabels bzw. des Relais, wenn der gesamte Anlasserstrom von der Zweitbatterie geliefert werden muss. Deswegen ist es empfehlenswert, beide Batterien nicht per Trennrelaisansteuerung, sondern, wie es bei der Starthilfe durch ein 2. Fahrzeug üblich ist, per Starthilfekabel zu brücken. Dabei sollte man auch ein Massekabel nutzen und sich nicht auf die fahrzeugeigene Masseverbindung verlassen.

Meist genügt es aber, die beiden Batterien für 10-20 Sekunden zu verbinden, um die Starterbatterie für einen Anlassversuch über die Zweitbatterie nachzuladen. Die Batterien ggf. für das Vorglühen (nur Dieselmotor) verbunden lassen, sie dann trennen und den Motor anlassen. Nach dem 'Batterieausgleich' verkraftet die knapp bemessene Ab Werk-Trennrelaisinstallation einen Anlassversuch (und ggf. einen 2. Versuch nach 10-30 Sekunden) aber auch bei geschlossenem Trennrelais klaglos. Längeres Orgeln ist natürlich nicht empfehlenswert.


Intelligentes Trennrelais[Bearbeiten]

Die Trennrelais-Installation ab Werk besitzt keinerlei erweiterte Funktionen wie z.B. ein Energiemanagment zur optimalen Nutzung der Kapazitäten beider Batterien oder eine Spannungsüberwachung. An die jeweilige Batterie angeschlossene Verbraucher werden daher ausschließlich von dieser gespeist und können diese tiefentladen.

Wer häufig auf beide Batterien angewiesen ist (z.B. Camping), kann aber auf spezielle 'intelligente' Trennrelais zurückgreifen, die im Zubehörhandel angeboten werden. Bei diesen übernimmt eine integrierte Elektronik die Steuerung des Trennrelais und die Abschaltung von Verbrauchern in Abhängigkeit vom Entladezustand der Batterien; teilweise sogar ohne externe Ansteuerung durch die Lichtmaschine. Nachteil dieser Kauflösung ist aber der in der Regel hohe Preis, der den eines normalen Trennrelais erheblich überschreitet (ab 100 Euro).
Eine preisgünstige Alternative (ab ca. 60 Euro) bietet (ggf. als Bausatz) die französische Firma Scheiber. Das elektronische Trennrelais kommt ohne Ansteuerung aus. Es verbindet die Batterien bei Erreichen einer Spannung von 13,7 V und trennt sie bei Unterschreiten von ca. 12,7 V wieder. Eine preiswerte Selbstbau-Lösung wird im T4-Wiki-Artikel Trennrelais-Steuergerät vorgestellt.


Nachrüstung[Bearbeiten]

Grundsätzlich sollte die Nachrüstung entsprechend der werksseitigen Installation erfolgen, also per Ansteuerung über das Bordnetzsteuergerät J519. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich. Es bieten sich 2 alternative Methoden an:

  1. Ansteuerung des an Masse liegenden Relais direkt über Klemme L des Generators; dabei ist aber zu berücksichtigen, dass je nach Generatorerregung das Relais bereits während des Anlassvorgangs des Motors geschlossen wird; es kann daher ein Teil des Anlasserstroms über das Trennrelais fließen.
  2. Nutzung eines intelligenten Trennrelais, das das Relais abhängig von den Spannungen an den Batterien schaltet; siehe oben.